Liszt, der Musikpedagoge

 

Franz Liszt, der selbst Schüler des Beethoven-Schülers Carl Czerny und des betagten Antonio Salieri gewesen war, begann seine Tätigkeit als Klavierlehrer schon früh. Der Virtuose verdiente sich sein Brot zu einem Teil gerade mit dieser Arbeit, und auch seine erste große Liebe knüpfte sich an diese Tätigkeit, denn Liszt verliebte sich noch als Teenager in eine seiner Schülerinnen aristokratischer Herkunft. Die schöne Caroline de Saint-Cricq, selbst noch im jugendlichen Alter, erwiderte seine Gefühle, doch der Papa setzte ihrer Beziehung ebenso wie dem Klavierunterricht, der die gesellschaftlichen Barrieren überschritt, ein Ende.

Die in den großen Musiker verliebten Schülerinnen tauchten auch später in reicher Zahl im Umfeld Liszts auf, dessen Meisterkurse im Laufe der 1850er Jahre in Weimar begannen, konkretere Umrisse anzunehmen. Diese vorsichtige Formulierung ist begründet, da die gemeinsame Kammermusik, zu der man sich im Freundeskreis Sonntagnachmittags bei Liszt zusammenfand, und die heitere Konversation – woran sein späterer Schwiegersohn, der ausgezeichnete Pianist und Dirigent Hans von Bülow ebenfalls eifrig teilnahm – erst allmählich zu betont pädagogischen Zusammenkünften wurden. Doch der gesellschaftliche Charakter der später auch in anderen Städten wirkenden Kurse blieb durchweg erhalten: Liszt übernahm das Amt des zwanglosen Lehrers und großzügigen Gastgebers, den Unterricht begleiteten vermutlich des Öfteren Kartenspiel und Umtrunk. Die Ungebundenheit des Unterrichts zeigt auch, dass die Stunden zuweilen in Lokalen stattfanden und auch die freieren Ausflüge im Sommer schadeten dem Ansehen Liszts nicht. „Er küsst sie auf die Stirn, streichelt ihr Gesicht, manchmal klopft er ihnen auf die Schulter, ordentlich fest, wenn er sie auf etwas aufmerksam machen möchte“ – berichtete der Komponist Alexander Borodin über den Lehrstil des Komponisten.

Nach alldem mag es paradox klingen, doch das bedeutendste Ergebnis der musikpädagogischen Arbeit Liszts, der seine Schüler derart zwanglos unterrichtete, wurde eine ernstzunehmende und bis heute weltberühmte Institution – die Budapester Musikakademie. Liszt bemühte sich gemeinsam mit dem Komponisten Ferenc Erkel um die Gründung der Musikakademie, und nachdem er 1875 zum Vorsitzenden der Lehrinstitution ernannt wurde, die damals noch keinen rechten Sitz und kein entsprechendes Gebäude hatte, begann die Lehre in Liszts Unterkunft am Hal-Platz. Als die Akademie 1879 dann endlich in ihr Gebäude in der Andrássy-Straße einzog, führte Liszt, der mit der Institution gemeinsam umzog, hier – im heutigen Gebäude des Gedenkmuseums und Forschungszentrums Franz Liszt – seine Meisterschule für Klavier bis zu seinem Tod weiter. „Meine besten Stunden sind die, wenn ich an der neuen Musikakademie Professor bin“ – schrieb er in einem Brief, und seine Kurse, die unverändert in einer freundschaftlich zwanglosen, väterlichen Atmosphäre stattfanden, lockten die Schüler aus aller Welt nach Pest. Klavierstunden im herkömmlichen Sinne gab Liszt auch hier nicht, und er lehrte keine Fingersätze, ihn interessierte, wenn er dem Spiel seiner Schüler lauschte, viel mehr der Charakter des Vortrags als die reine Technik. „Was kümmert ihn die Genauigkeit des Vortrags, wenn Leben darin steckt! […] Hinfort mit der engstirnigen Schulmeisterei!“ – charakterisierte ihn sein vielleicht herausragendster Schüler, der heute in erster Linie als Opernkomponist bekannte Eugène d’Albert.

„Die heutige Jugend ist derart verdorben, dass sie meine Werke schon auswendig spielt“ – so der selbstironische Liszt, der sich nicht nur um die von ihm entdeckten Talente kümmerte und sie anspornte, doch auch ihre Karriere aufopferungsvoll förderte. Unter diesen Schülern befand sich auch sein Nachfolger an der Musikakademie: István Thomán, der spätere Lehrer von Béla Bartók und Ernő Dohnányi. Wenn man also die Kette von Schülern in Betracht zieht, ist die musikpädagogische Arbeit von Franz Liszt in der ungarischen Musikausbildung sowie im gesamten Musikleben Ungarns ebenso bleibend und lebendig präsent wie seine populärsten Kompositionen.

Chor des Nationalbibliotheks

Freitag, 2010, Dezember 17 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Dir. Mária Eckhardt

Dezső Ránki und Edit Klukon

Samstag, 2011, Januar 8 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Liszt: Les Preludes, Beethoven-Liszt: Symphonie No. 9  für vier Hände

Balázs Szokolay

Samstag, 2011, Februar 5 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Années  de Pèlerinage I. (Les cloches de Genève, Vallée d’ Obermann,  Au Lac de Wallenstadt;  Pastorale, Au bord d’une source, Orage), Années II: (Sonetto del Petrarca 104, Il Penseroso); Un sospiro;  Ab irato;  Consolation No.6. E-dúr;   Paysage; Etude d’exécution transcendante, No. 10, f Moll

Ungarische Neue Musik Forum 2011 Komponisten-Wettbewerb

Dienstag, 2011, Februar 8 - 19:00
Budapest,
Palast der Künste, Nationaler Konzertsaal Béla Bartók

 

Miskolcer Symphoniker und die Studente der Musik-Hochschule Bartók Béla in Miskolc

Donnerstag, 2011, Februar 10 - 19:00
Miskolc,
Haus der Künste

Program:
Liszt: Les Préludes
Liszt: Totentanz
Liszt: Ungarische Fantasie

Klavier: Oravecz György
Dirigent: Kovács László

Saint Ephraim Männerchor

Samstag, 2011, Februar 12 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Liszt und die Kultur von Russland, pravoslawische Wirkungen 

die Musik von dem ungarischen Reform-Zeitalter

Sonntag, 2011, Februar 13 - 11:00
Szeged,
Szegeder Nationaltheater

Mitwirkende: Symphoniker von Szeged, 

Klavier: Farkas Gábor

Dirigent: Gyüdi Sándor

Querflötenensemble der Musikschule Leopold Mozart

Sonntag, 2011, Februar 20 - 11:00
Budapest,
Millenáris

 

Miskolcer Symphoniker und die Studente der Musik-Hochschule Bartók Béla in Miskolc

Montag, 2011, Februar 21 - 19:00
Miskolc,
Haus der Künste

Program:
Jan Cikker: Spomienky
Liszt: A-Dur Klavierkonzert
Weiner: Csongor és Tünde – Suite

Mitwirkende:

Symphoniker von Kassa

Matej Arendárik (Klavier)

Kovács László (Dirigent)

Ksenia Nosikova - Klavier

Samstag, 2011, März 5 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Big Bang - Internazionales Kinder- und Jugendfestival

Samstag, 2011, März 12 - 10:00
Budapest,
Millenáris

Die Familie Falvai spielt Liszt

Samstag, 2011, März 12 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Mitwirkende: Keveházi Gyöngyi, Falvai Katalin, Falvai Anna, Falvai Sándor (Klavier)

Alessandra Pompili (Klavier), Monteverdi Choir

Samstag, 2011, März 19 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Chorleiterin: Éva Kollár   

 

Gergely Bogányi spielt Liszt

Samstag, 2011, März 19 - 19:00
Sopron,
Franz Liszt Konferenz- und Kulturzentrum

Ditta Rohmann (Cello) und Emese Mali (Klavier)

Sonntag, 2011, März 20 - 11:00
Budapest,
Millenáris

Ungarischer Klaviertrio

Samstag, 2011, März 26 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Mitwirkende:

Gabriella Szentpéteri (Klavier)
Ildikó Rádi (Cello)
Ferenc Szecsődi (Geige)

Program:

Liszt – Saint-Saëns: Orphée
Liszt: Benedictus aus der Krönungsmesse
Liszt – Achron: Liebesträume 3. (Geige-Klavier)
Liszt – Milstejn: Mephisto-Walzer für  Sologeige
Liszt: Obermann-Tal

Tanzensemble Sternaugen

Sonntag, 2011, April 10 - 11:00
Budapest,
Millenáris

Kammerkor der Liszt Akademie

Samstag, 2011, April 23 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

dir. Péter Erdei

Weiner-Szász Kammerorchester

Sonntag, 2011, Mai 15 - 11:00
Budapest,

Gewinner des Liszt-Wettbewerbs, Los Angeles

Samstag, 2011, Mai 28 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Junge Talente

Samstag, 2011, Juni 11 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Csaba Király

Samstag, 2011, Juni 18 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Anna Deák (Geige), Anna Ágnes Nagy (Cello), Ágnes Szelcsényi (Klavier)

Sonntag, 2011, Juni 19 - 11:00
Budapest,
Millenáris Fogadó

Erika Gál und László Szvétek (Gesang)

Sonntag, 2011, Juli 17 - 11:00
Budapest,

Mitwirkende:

Gergely Kaposi (Klavier)

Endre Hegedűs (Klavier)

Sonntag, 2011, August 14 - 11:00
Budapest,
Millenáris

István Gulyás (Klavier)

Samstag, 2011, August 27 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Károly Mocsári (Klavier)

Samstag, 2011, September 3 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Óbuda Danubia Orchester

Sonntag, 2011, September 18 - 11:00
Budapest,
Millenáris

Éva Marton und ihre Studente

Samstag, 2011, September 24 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Dezső Ránki (Klavier)

Samstag, 2011, Oktober 1 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Liszt Ferenc Kammerorchester mit István Lajkó (Klavier)

Samstag, 2011, Oktober 8 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Erzsébet Kerek und Károly Mocsári (Klavier)

Sonntag, 2011, Oktober 16 - 11:00
Budapest,
Millenáris

Éva Marton und Studenten

Freitag, 2011, Oktober 21 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Apacuka-Band

Sonntag, 2011, November 6 - 11:00
Budapest,
Allee Bevásárlóközpont

 

 

Andrea Vigh (Harfe)

Samstag, 2011, November 19 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Tamás Érdi (Klavier)

Sonntag, 2011, November 20 - 11:00
Budapest,

Éva Marton und Studenten

Samstag, 2011, November 26 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Mirjam Gomez-Morán (Klavier)

Samstag, 2011, Dezember 3 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Chor des Departments für Kirchenmusik

Samstag, 2011, Dezember 10 - 11:00
Budapest,
Gedenkmuseum und Forschungszentrum Ferenc Liszt

Saint Ephraim Männerchor und die Schüler der Budapester Gesangschule

Sonntag, 2011, Dezember 18 - 11:00
Budapest,
Millenáris