Das Liszt-Jahr ist gleich am Ende

In mehr als 20 Ländern traten 5000 Musiker auf, das Repertoire der Konzerte summierend kann man feststellen, dass Liszts Musik im Jahre 2011 jeden Tag mindestens eine Stunde lang zu hören war – so ist die Bilanz des Bizentenariums. Im von Hungarofest koordinierten Liszt-Jahr gab es mehr als 200 Konzerte und man konnte Liszts Musik auch auf fernen Kontinenten hören. Auf der abschließenden Pressekonferenz erfuhr man, dass es auch 2012 Liszt-Programme geben wird.

Dank dem glücklichen Zufall, dass das erste Halbjahr des Bizentenariums mit Ungarns EU-Präsidentschaft zusammanfiel, gerieten die anlässlich des Jubiläums gestalteten Liszt-Programme in den Mittelpunkt des europäischen Kulturlebens. Diese besondere Aufmerksamkeit ermöglichte, dass die Musik des weltberühmten Komponisten weltweit mit Ungarn verknüpft wird. Überall in der Welt diskutierte man, dass Liszt nicht nur ein vielseitiger Genius war, sondern ein Weltbürger, der auf seine ungarische Identität stolz war. Außer des Liszt-Jahres in Ungarn feierte man Liszts Jubiläum auch in Österreich, in Deutschland und in Frankreich mit erfolgreichen Festivals.

„Die anlässlich des Liszt-Jahres und Ungarns EU-Präsidentschaft organisierten Liszt-Programme zeigten nicht nur die Arbeit des Komponisten und damit seine ungarische Identität, zu der er immer stand, sondern belegten auch, dass Ungarn seit Jahrhunderten würdig zur Spitze der klassischen Musik gehört” – so  Judit Hammerstein, stellvertretende Staatssekretärin des Ministerium für Nationale Ressourcen.

Im ersten Halbjahr des Liszt-Jahres vertraten viele ungarische Orchester und Künstler die Kultur des Landes mit ihren im Rahmen Ungarns EU-Präsidentschaft organisierten Programmen. Das Budapester Festivalorchester gastierte in London, wo auch eine Gedenkwoche zu Ehren des Meisters stattfand. Das Ferenc Liszt Kammerorchester gastierte in Madrid und im Baltikum, die Pannon Philharmoniker gaben in Wien Konzert. Die Nationalphilharmonie und -Sängerchor trat in Brüssel auf.

In jedem dritten Land Europas gab es dieses Jahr mindestens ein von Hungarofest organisiertes Liszt-Konzert: 16 in London, 8 in Paris, ebenso 8 in Brüssel (in der Periode Ungrans EU-Präsidentschaft), es gab aber Konzerte unter anderem auch in Prag, Wien, Bayreuth, Rom und Moskau. Auch auf zahlreichen Standorten außerhalb unseres Kontinents, von New Haven bis Tokio, ertönte die Musik des Komponisten. Das Liszt-Jahr hatte sogar Süd-Korea erreicht, wo neben dem World Liszt Day auch ein Liszt-Wettbewerb zu Ehren des Komponisten gehalten wurde.

„Mehrere Millionen Menschen konnten diese Jahr in Konzerthallen, Kirchen, kulturellen Instituten, vor dem Fernseher oder vor der Radio Liszt-Werke hören. Wir hoffen, dass wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern anlässlich des Liszt-Jahres dem musikliebenden Publikum unvergeßliche Momente schenken, und des Komponisten würdig gedenken konnten – sagte zusammenfassend Mónika Balatoni. Nach der Meinung der kreativen und strategischen Direktorin von Hungarofest fand das Liszt-Gedenkjahr mit beispiellosem, internationalen Zusammenschluß statt, da all die namhaften Festivals und Konzerthallen Europas des 200. Geburtstages von Liszt gedacht haben.

"2011 feierten wir unseren bis heute allerorts bejubelten Landsmann, Ferenc Liszt. 2011 entdeckten wir die bisher unbekannten Höhen und Tiefen seiner Kompositionen und seiner Vortragskunst. 2011 konnten sich mehrere tausende Jugendlichen ein Beispiel an ihm nehmen. Können wir uns noch etwas von einem Jubiläum wünschen?” – fasste seine Gedanken über das Bizentenarium András Batta, Rektor der Ferenc Liszt Musikakademie Budapest zusammen. Auf der abschließenden Pressekonferenz wurde auch musiziert, für die Musik sorgte ifj. János Balázs, der einen guten Erfolg auf dem in September 2011 stattgefundenen Budapester Internationalen Liszt-Klavierwettbewerb erreicht hatte.

Im Jahr des Jubiläums erreichte Liszts Musik das Publikum auch außerhalb der Konzerthallen und konnte die verschiedensten Schichten der Zuhörer ansprechen. Die Schoko-Konzerte waren für die Kleinsten da: auf 14 Konzerten auf Millenáris und im Einkaufszentrum Allee brachten bekannte Künstler und Formationen den Kindern und ihren Eltern die klassische Musik näher.

Auf den Konzerten der Kaffeehaus-Konzertreihe im Pariser Großwarenhaus empfang die Interessenten, die Liszts Musik kennen lernen wollten, eine friedliche Kaffeehaus-Stimmung aus der K.u.K-Zeiten. All die fünf Konzerte im Lotz-Saal wurden als voller Erfolg verbucht.

Ein riesengroßes Projekt war das Liszt-Marathon, als die Musik einen Tag lang nicht aufhörte. Am 22. Mai gab es 11 Konzerte, auf denen die verschiedensten Zeitalter, Generationen, Künstler und Kunstzweige treffen konnten.

Das größte Open-Air-Konzert des Liszt-Jahres fand auf dem Dóm Platz in Szeged als eine Art Vorspiel der Freilichtspiele Szeged 2011 statt. Auf dem als Liszt für Alle genannten Programm traten unter anderem Budapest Saxophone Quartet, György Oravecz und André Vásáry auf die Bühne.

Am Welttag der Musik, am Ersten Oktober, ermutigte Hungarofest alle, das eigene Instrument mitzubringen. Professionellen und Hobby-Musikern standen in der Innenstadt von Budapest fünf Bühnen zur Verfügung, damit sie ihr Können präsentieren.

Einer der hevorragendsten und erinnerungsschwersten Momenten des Liszt-Jahres war das World Liszt Day, als Liszts Christus-Oratorium auf der ganzen Welt, in insgesamt 12 Ländern, von New York bis Süd-Korea, von London bis Moskau zur gleichen Zeit ertönte.

Ebenso die sakrale Kunst von Liszt stand  im Mittelpunkt der in der Hauptpfarrkirche in der Innenstadt von Budapest und in der Kirche St. Antonius von Padua gehaltenen Musica Sacra Konzertreihe. Die von kirchlichen Chören, Solisten und Ensembles vorgetragenen Werke ertönten unter zu Liszts Zeiten üblichen, sakralen Umständen.

Anlässlich des 200. Geburtstages Liszts wurde das Erbe des Künstlers in unzähligen Zeiten und Orten präsentiert, damit war das von Hungarofest organisierte Liszt-Jahr ein würdiges Gedenken des Komponisten. Außer der Konzerten gab es auch 5 Ausstellungen, 10 Konferenzen, Workshops bzw. fünf Wettbewerbe.

Schirmherr des Liszt-Jahres war Präsident Pál Schmitt, der ungarische Botschafter des Jubiläums war Zoltán Kocsis.